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prepared spaces

Winfried Skrobek

Gedanken zu
prepared spaces

von
Winfried Skrobek


Nur einige Meter unter dem geschäftigen Trubel der Großstadt ein Raum der Stille.
Abgeschieden, unterirdisch, kalt ist dieser Ort nicht für den Menschen geschaffen.
Kein Geräusch von außen durchdringt die dicken Mauern, doch im Innern können Töne, Klänge und Geräusche im Widerhall der Wände zu einem intensiven Ereignis werden.
Der deutsche Fujarist und Komponist Marco Trochelmann lässt dies mit
prepared spaces auf beeindruckende Weise hörend erlebbar werden.

Marco Trochelmann begab sich viele Male an diesen unwirtlichen Ort, um für die Dauer seiner Aufenthalte an und mit diesem Ort und seinen erstaunlichen atmosphärischen und klanglichen Eigenarten zu arbeiten, mit ihm zu kommunizieren.

Die Musik seines neuen Doppelalbums ist nicht einfach hineingetragen in diesen Raum, sondern im Zwiegespräch mit ihm entstanden.
Vieles auf diesem Album spricht vom Hören, vom Auf-hören, vom Auf-einander-hören.
Die Musik, keinem vorangestellten Rhythmus, keinem Taktstrich unterworfen, folgt den sich ausbreitenden Tönen und Klängen, den auf- und abschwellenden Wellen im Raum, und reagiert auf vielfältige und immer wieder überraschende Weise auf sie. Wechselspiel. Dialog.
Klang, Raum und Zeit sind in den Konzeptimprovisationen von
prepared spaces kunstvoll zueinander in Beziehung gesetzt.
Hall ist nicht hinzugefügter Effekt sondern Wirklichkeit des Raumes, den Marco Trochelmann als Teil seiner dort entstandenen Improvisationen begreift und thematisiert, ein sensibler, ein besonderer Umgang mit „Sound“, der mir in einer Zeit moderner synthetischer Hallgeräte immer seltener begegnet.

Die vielfältigen Gebilde, die Marco Trochelmann in den Raum webt, wirken nicht wie zwischen Mauern gedrängt und nach einem Ausgang suchend. Sie drängen sich auch dem Hörer nicht auf, sondern laden ihn ein.

Im bewussten und kritischen Einlassen auf den besonderen Ort und die besonderen Instrumente, lässt Marco Trochelmann zwischen den Mauern der „Reinwasserhallen“ für den Hörer so etwas wie den Innenraum eines Klanges entstehen. Die abweisende Härte des physischen Raumes verwandelt sich hörbar in immer neue, einladende Klangräume, in die ich lauschend eintauchen kann und die mich staunen lassen.

Die musikalische Trilogie
prepared spaces von Marco Trochelmann ist ein eindringliches und bewegendes musikalisches Ereignis und mit PART I ein äußerst gelungener Beitrag zur zeitgenössischen Fujara-Musik.



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